Neben dem Hauptbahnhof gab es bis Ende des Zweiten Weltkriegs noch den Bahnhof Münster Ost, an dem die Bahnstrecke von Neubeckum endete. Dieser lag am Anfang des Albersloher Weges, Ecke Hafenstraße, und wurde im Krieg zerstört und anschließend durch ein Verbindungsstrecke zum Hauptbahnhof ersetzt; heute befindet sich am einstigen Standort ein Parkplatz, unter selben Namen existiert aber weiter ein Güterbahnhof, an dessen Stelle im Falle einer Wiederaufnahme des Personenverkehrs ein Halt mit Namen Halle Münsterland geplant ist. 

Die Wiederinbetriebnahme des Zugverkehrs zwischen Münster und Sendenhorst ist einen großen Schritt näher gerückt: Die Bezirksregierung Münster hat am 30. Januar den Planfeststellungsbeschluss für die Reaktivierung des Verkehrs auf der 21 Kilometer langen Strecke der Westfälischen Landes-Eisenbahn (WLE) gefasst. 

Bevor die ersten Linienzüge auf der Strecke fahren, muss die WLE noch das Schienennetz erneuern, Bahnübergänge anpassen, neue Bahnsteige bauen und Signaltechnik austauschen. „Der Weg von der ersten Idee bis hierhin war lang. Ich hoffe, dass es der WLE gelingt, das Projekt jetzt möglichst schnell umzusetzen“, sagt Fuchs. „Unseren Part als Stadt – die Erschließung der Haltepunkte – haben wir gut vorbereitet, die notwendigen Beschlüsse dafür wurden im vergangenen Jahr getroffen.“

Vom Hauptbahnhof aus sollen die Züge künftig an fünf Stationen auf dem Stadtgebiet – Halle Münsterland, Loddenheide, Gremmendorf, Angelmodde und Wolbeck – Halt machen, über Albersloh geht die Fahrt dann weiter nach Sendenhorst. Für jeden der fünf Haltepunkte in Münster hat die Stadt eine Mobilstation geplant, die insbesondere den Umstieg zwischen Bahn und Fahrrad erleichtern soll.

Zu jeder Mobilstation gehört neben frei zugänglichen Anlehnbügeln mindestens eine sogenannte Leezenbox, in der Räder wettergeschützt abgestellt werden können. Besonders umfangreich soll das Angebot in Gremmendorf und Wolbeck sein: Zwei Leezenboxen mit insgesamt 240 Stellplätzen sind je Standort geplant. Auch Stellplätze für Car-Sharing sind dort vorgesehen.

Auf der WLE-Strecke sollen batteriebetriebene Züge zum Einsatz kommen, so dass für die Strecke keine Oberleitungen gebaut werden müssen. Aufgeladen werden die Akkus am Hauptbahnhof. Drei Züge pro Stunde sollen künftig von dort bis Wolbeck fahren, zwei davon weiter bis Sendenhorst – mit gleichem Takt in die Gegenrichtung.

Der reaktivierte Betrieb auf der Bahnstrecke Münster-Sendenhorst ist ein erster Baustein der S-Bahn Münsterland, die mit dichteren Takten auf neun Linien und einer besseren Vernetzung Münster und die Region langfristig enger verbinden soll.

(Text: Wikipedia und Stadt Münster)